14.03.2010
Vom Klarinettenkonzert zur Villa Kunterbunt
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Es war Sonntagabend und im Umfeld des Palatinums kein Parkplatz mehr frei, die Blaskapelle Mutterstadt hatte zum traditionellen Frühjahrskonzert eingeladen.
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Nach „Concretum“ von Antonio Rossi zur Einstimmung, begrüßte Klaus Magin stellvertretend für das Orchester die Besucher. Viele Ehrengäste unterstrichen durch Ihre Anwesenheit die kulturelle Bedeutung der Veranstaltung für Mutterstadt: Hannelore Klamm, Landtagsvizepräsidentin, Michael Elster und Konrad Reichert, Kreisbeigeordnete. Die Spitze der Gemeinde Mutterstadt war durch Bürgermeister Hans-Dieter Schneider und die Beigeordneten Klaus Leicht und Volker Strub vertreten. Die Kirchengemeinden wurden durch Pfarrer Heiko Schipper und Knut Trautwein- Hörl von der protestantischen Kirche sowie Pfarrer Eric Klein und Pastoralreferentin Michaela Ferner, katholische Kirche, repräsentiert. |
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Schon zum 8.Mal führte Stefanie Wolf, Studienrätin für Musik und Komponistin aus Landau, durch das Programm. Typisch für die Blaskapelle Mutterstadt sei das breite Altersspektrum. 59 Jahre spielt der Älteste schon im Orchester und 10 Jahre alt ist der jüngste Aktive.
Die Moderatorin hatte zu jedem Programmpunkt Hintergrundinformationen parat. Sie versuchte durch beschreibende Hinweise und Geschichtchen die Zuhörer auf das nächste Musikstück einzustimmen.
Sicher werden sie ein altes englisches Volklied in „Whisper to Their Souls“ von Samuel R. Hazo erkennen und die Schönheiten der englischen Landschaft können, kündigt Stefanie Wolf an. |
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Das „Klarinettenkonzert“ 1.Satz Allegro von Jan van der Waart gab einer jungen Klarinettistin, Eva-Maria Franzen, die Chance ihr Können zu demonstrieren. Ein gefühlvolles Solo im gelungenen Wechselspiel mit dem Orchester. Wen wundert es, sie hatte bei der Regionalausscheidung „Jugend musiziert“ einen ersten Preis erhalten. |
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Marschmusik ist die Domäne einer jeden Blaskapelle und „Des Großen Kurfürsten Reitermarsch“ von Graf von Moltke, wird wohl besonders gerne gespielt. Übrigens auch bei der Bundeswehr zum Zapfenstreich. Die Zuhörer waren begeistert.
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„Der alte Brummbär“ von Julius Fucik wird von der Tuba gespielt. Brummend scheint sie sich mit dem Orchester zu streiten. Für den Solisten mit dem schweren großen Instrument schon rein körperlich nicht einfach zu leisten. Graeme Schoenherr, er stammt aus Schottland, meisterte die Aufgabe und wurde mit viel Applaus bedacht.
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Sepp Tanzer ist der Komponist der Suite in drei Sätzen „Tirol 1809“, Aufstand, Kampf, Sieg.
Die Musik schildert den Befreiungskampf Andreas Hofers gegen Napoleon. Im ersten Satz der Ruf zum Aufstand: „wir sind bereit“. Im zweiten Satz meint man den Kampfeslärm zu hören, dazwischen erklingt von Ferne die Marseillaise. Im dritten Satz zunächst eine getragene, traurige Melodie zum Gedenken der Toten. Dann aber ertönen die Siegesfanfaren und die Klänge der Freude. In allen Teilen des Orchesters war die Begeisterung für diese Komposition zu spüren. Mit viel Beifall wurden die Musiker in die Pause entlassen. |
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In Freizeitkleidung kam die Kapelle zurück und signalisierte damit, jetzt wird’s flotter weiter gehen. Der Marsch „Unter dem Sternenbanner“ von John Philip Sousa kennt fast jeder, es ist der US-Militärmarsch. Er wurde so mitreißend gespielt, dass das Publikum automatisch mit klatschte. Stefanie Wolf zeigte bei der Anmoderation zu „Villa Kunterbunt“ von Paulo Moro, dass sie durchaus die Kinderstube noch nicht vergessen hat. Sie sang von „Biene Maja“ bis „Jim Knopf“ oder „Tom und Jerry“ jeweils die ersten Zeilen der Kinderreime. Zum großen Vergnügen, nicht nur der Kinder, im Publikum.
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Musik, die sprachlos macht und doch alles sagt. So kündigte die Moderatorin den Welterfolg von John Miles „Music“ an. Danach kam wieder ein „Ohrwurm“. Elton John und Hans Zimmer, von Ihm stammt auch die Musik zu „Fluch der Karibik“, komponierten den „König der Löwen“. Das Orchester begleitet den kleinen Löwen Simba musikalisch durch den Urwald und die Steppe Afrikas und erhielt dafür viel Beifall. |
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Vor dem letzten Programmpunkt ergriff der Vorsitzende Klaus Magin das Wort, um Dank zusagen: Den Musikern und Solisten, den 7 Neulingen im Orchester, Roland Gauweiler für das Üben mit den Instrumentengruppen, der Moderatorin mit einem „auf Wiedersehen“ im nächsten Jahr. Dankbar hob er die Arbeit von Thomas Zelt, dem Dirigenten hervor, der mit viel Geduld und manchmal Ironie, das Orchester immer wieder zu besonderen Leistungen beflügelt. Den beiden Preisträgern bei „Jugend musiziert“, Eva-Maria Franzen und Benjamin Grothe (Schlagzeug) wünscht er viel Glück beim nächsten Wettbewerb. Für den 3. April 2011 kündigte lud Magin zum nächsten Frühjahrskonzert ein. Danach überreichte ein Orchestermitglied Klaus Magin ein Präsent. Ein Dankeschön für 10 Jahre Arbeit als Vorsitzender der Blaskapelle Mutterstadt.
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Im letzten Musikstück entführte das Orchester die Zuhörer mit Filmmelodien von Johan de Meij (arr.) in den Wilden Westen. „Moment for Morricone“. Ein Reigen bekannter Melodien, die jeder im Ohr hat. Zum Beispiel aus dem Film „Spiel mir das Lied vom Tod“.
Ein gelungener Abend ging, nachdem das Publikum sich noch zwei kurze Zugaben „erklatscht“ hatte, zu Ende. |
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Text: Rolf Brenner, Bilder: Christian Schwind
Mehr Bilder vom Konzert sind hier zu finden: http://bilder.roentgen13.de/blaskapelle-mutterstadt/konzert-2010
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